Gerade läuft ein Angriff. Du brauchst dafür keine Technik zu verstehen – nur eine Regel.
Eine Zahl, die du per SMS bekommst, gehört nur dir. Kein Support, kein Freund, keine Behörde, kein „Signal-Team“ darf sie je von dir wollen. Wer danach fragt, ist ein Angreifer.
Diese Seite beruht auf einer Warnung des Bundesamtes für Verfassungsschutz – verständlich aufbereitet.
Was passiert hier gerade?
Kriminelle übernehmen gezielt Messenger-Konten – bei Signal, WhatsApp und Telegram. Der Verfassungsschutz warnt seit Anfang 2026 mehrfach. Die Welle ist weiter aktiv und passt sich ständig an.
Es ist kein Hacking im Film-Stil
Niemand „knackt“ deine App. Die Täter bringen dich dazu, ihnen freiwillig den Schlüssel zu geben. Das nennt man Phishing.
Die Tarnung ist perfekt
Die Nachrichten sehen echt aus – mal als „Signal Support“, mal als Einladung von einer Person, der du vertraust.
Es trifft jeden
Die Warnung ging an den Bundestag – aber derselbe Trick läuft gegen Bank-, Paket- und WhatsApp-Nutzer. Nur die Maske wechselt.
Es breitet sich aus wie ein Schneeball
Jedes gekaperte Konto wird zur Abschussrampe gegen alle Kontakte. Deshalb wächst die Welle so schnell.
Genau deshalb kommt die gefährlichste Nachricht oft von einem echten Freund – dessen Konto bereits übernommen wurde. Vertrauen ist hier die Waffe.
Zwei Maschen – ein Ziel: dein Konto
Es gibt zwei Hauptvarianten. Wenn du beide einmal gesehen hast, erkennst du sie wieder – ein Leben lang.
Der gefälschte „Signal Support“
Ziel: Sie wollen den Code, der dein Konto öffnet.
Die Köder-Nachricht
Du bekommst eine täuschend echte Nachricht von „Signal Support“: angeblich ein Sicherheitsvorfall, du sollst „mithelfen“.
Der Code kommt per SMS
Im Hintergrund lösen die Täter eine echte Signal-SMS mit einem 6-stelligen Code aus. Die SMS ist echt – der Absender der Bitte nicht.
„Bitte schick uns den Code“
Du sollst den SMS-Code und deine Sicherheits-PIN „zur Bestätigung“ eingeben oder zurückschreiben.
Die Falle schnappt zu
Der Code ist der Schlüssel zu deinem Konto. Du wirst ausgeloggt, die Täter sind jetzt „du“.
Der Einladungs-Link vom „Freund“
Ziel: Sie koppeln unbemerkt ein eigenes Gerät an dein Konto.
Nachricht von einem Bekannten
Eine dir bekannte Person schickt einen Link – z. B. „Tritt dieser neuen Gruppe bei“. Ihr Konto wurde aber schon vorher übernommen.
Die nachgebaute Webseite
Der Link führt auf eine Seite, die exakt aussieht wie Signal oder WhatsApp – aber den Tätern gehört.
QR-Code scannen / Button klicken
„Zum Beitreten QR-Code scannen.“ In Wahrheit koppelst du damit ein fremdes Gerät an dein Konto.
Die Falle schnappt zu
Du behältst dein Konto – merkst aber nicht, dass jemand jede Nachricht still mitliest. Gesendet wie empfangen.
https://authorization-test.tech/pUsl9nuZo649dKua0HL7uG5npb-Aq1bn
Die Profis fallen darauf rein. Genau deshalb musste der Verfassungsschutz 20 Seiten verschicken. Das ist keine Dummheit – das ist Design.
Der Absender lügt. Die Adresse nicht.
Der angezeigte Name ist frei wählbar – wie ein Briefumschlag, auf den jeder „Polizei“ schreiben kann. Schau immer auf die echte Adresse dahinter. Hier siehst du, wie das aussieht:
Steht „Meta“ drauf – ist „Meta“ aber nicht drin
Woran du es erkennst: Der Name sagt „Meta“, die Adresse endet auf meta-mail-secure.tk. Echte Meta-Mails kommen von @meta.com – nicht von angehängten Zusatzwörtern oder Endungen wie .tk / .help / .info.
„Signal“ als Name, Fantasie-Adresse dahinter
Woran du es erkennst: Echte Dienste betteln nicht per Mail um „Bestätigung mit Code“. Der Druck („jetzt“, „24 Stunden“, „gesperrt“) ist immer ein Warnsignal. Tippe nie auf den Knopf in solchen Mails – öffne die App selbst.
Der „Support“, den es nicht gibt
Woran du es erkennst: „Sag den Code niemandem – und jetzt sag ihn mir.“ Dieser Widerspruch ist die Masche. Und: Signal hat keinen Chat-Support, der dir schreibt.
Die Adresse, die nirgendwo hingehört
https://signal-grp-join.tech/v/8f3aQ-2zLp9rTx0wY
Woran du es erkennst: Echte Signal-Links bleiben auf signal.org/signal.me. Wirre Zeichenketten und fremde Endungen (.tech, .xyz, .top) sind ein klares Stopp-Signal.
Bin ich betroffen?
Vier kurze Fragen. Klick dich durch – am Ende sagen wir dir genau, was zu tun ist. Es werden keine Daten gespeichert oder gesendet.
Drei Dinge – auch wenn (noch) nichts passiert ist
Das ist der wichtigste Teil. Wer diese drei Einstellungen vorab macht, dem kann der Angriff fast nichts mehr anhaben. 10 Minuten, einmalig.
Registrierungssperre an
- Signal öffnen → Menü (⋮) → Einstellungen
- Konto auswählen
- Registrierungssperre aktivieren
Handynummer verbergen
- Einstellungen → Datenschutz
- Telefonnummer → „Wer kann sie sehen“
- Auf Niemand stellen
Gekoppelte Geräte prüfen
- Einstellungen → Gekoppelte Geräte
- Liste durchsehen
- Alles entfernen, was du nicht kennst
Was jetzt? Zwei Fragen, ein Weg.
Keine Panik, kein 20-Seiten-PDF. Beantworte zwei Fragen – du bekommst genau den einen Plan, der für deine Lage gilt.
Paket 1Sofortige GefahrenabwehrLink/QR geklickt, aber kein Code/PIN eingegeben – oder etwas kam dir komisch vor+
- Gekoppelte Geräte bereinigen: alle unbekannten Geräte sofort entfernen. Im Zweifel alle.
- PIN sofort ändern, solange du noch Zugriff hast.
- Registrierungssperre aktivieren – verhindert Neuanmeldung durch Fremde.
- Nummer verbergen und automatische Nachrichtenlöschung einschalten.
- Melden & blockieren: das angebliche „Support“-Profil. Signal schreibt nie per DM.
- Umfeld warnen über einen anderen Kanal (E-Mail, Telefon) – nicht über den Messenger.
- Gruppen-Admin? Auffällige/doppelte Konten und „Deleted Account“-Einträge entfernen.
Paket 2Erweiterte GefahrenabwehrCode/PIN eingegeben – aber du hast noch Zugriff auf dein Konto+
- Konto löschen (im Messenger, nicht nur die App!). App löschen behebt nichts.
- Umfeld informieren und deinen alten Kontakt aus allen Gruppen entfernen lassen.
- Neues Konto mit neuer PIN anlegen.
- Danach alle Schritte aus Paket 1: Registrierungssperre, Nummer verbergen, Gruppen prüfen.
- Die Täter kennen deine Nummer. Für maximale Sicherheit: neue Mobilnummer und damit neu registrieren.
Paket 3Umfassende WiederherstellungCode/PIN eingegeben UND kein Zugriff mehr / Neuanmeldung nötig+
- Konto durch Signal löschen lassen: nur der echte Signal-Support kann das jetzt – Anfrage über die offizielle Support-Seite.
- Umfeld über anderen Kanal warnen: ab Übernahme ist vermutlich die ganze Kommunikation abgeflossen.
- Deine Kontakte sollen dein altes Konto blockieren und aus allen Gruppen entfernen.
- Betroffene Gruppen neu erstellen – nur über anderen Weg verifizierte Personen wieder aufnehmen.
- Alle Schutzschritte aus Paket 1 & 2: neue Nummer, neue PIN, Registrierungssperre, Nummer verbergen.
Derselbe Trick, andere App
Du musst dir nicht 20 Maschen merken – nur das Prinzip: Code oder Bestätigung von außen erbeten = Stopp. So sieht es woanders aus:
„6-stelliger Code“
Exakt dieselbe Masche. Schalte die Verifizierung in zwei Schritten ein – das ist hier die Registrierungssperre.
Login-Code & 2FA
„Schick mir deinen Login-Code“ = Kontodiebstahl. Setz ein 2-Schritt-Passwort.
TAN am Telefon
Keine Bank fragt je nach TAN, PIN oder Passwort – nicht am Telefon, nicht per Mail. Niemals.
„Gebühr nachzahlen“
SMS mit Link und Zeitdruck. Adresse prüfen, App selbst öffnen, nie über den Link gehen.
Die 5 Regeln fürs Leben
Mach einen Screenshot. Schick ihn deinen Eltern, Kindern, Kollegen. Das ist der beste Schutz, den es gibt.
Codes & PINs verrätst du nie. Niemand Seriöses fragt danach.
Druck & Eile sind die Masche. Echte Stellen lassen dir Zeit.
Name ≠ Absender. Immer die echte Adresse dahinter prüfen.
Komische Nachricht von Freunden? Auf anderem Weg rückfragen.
App selbst öffnen statt auf Links/Knöpfe in Nachrichten tippen.
Offizielle Stellen & echte Links
Nur geprüfte, offizielle Quellen. Speichere dir diese Seite – falls es einmal schnell gehen muss.
Im Ernstfall hier entlang
Woher diese Seite kommt
Die Inhalte beruhen auf der offiziellen Sensibilisierung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (Mai 2026) und Empfehlungen des BSI. Hier verständlich aufbereitet – damit es wirklich jeder versteht.
Diese Seite dient der Bürgeraufklärung zur IT-Sicherheit. Sie ersetzt keine individuelle Beratung. Inhaltliche Grundlage: Sensibilisierungsschreiben des Bundesamtes für Verfassungsschutz vom 06.05.2026 sowie Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Alle weiterführenden Links führen ausschließlich zu offiziellen Stellen.